
Die Kleinteilemessplätze der Baureihe RGM 2038 sind mit einer manuell zu bedienenden Schwenktür ausgestattet. Das Fassungsvermögen der Messkammer variiert i.A. der Ausführungsvariante zwischen 75 und 210 l. Die allseitige Messkammerabschirmung wird durch verschweißte Stahlbleche (Stärke 30 mm – 80 mm) gebildet. Der Messkammerinnenraum ist in Edelstahl gefertigt. In den vier Ecken des Wägebleches der Messkammer ist je eine Scherstabwägezelle montiert. Die Wägeeinrichtung ist für Messgüter bis zu einem Maximalgewicht von 50 kg, bzw. 100 kg ausgelegt. Die kompakte Wägeeinrichtung ist über eine Steckverbindung angeschlossen und kann zu Wartungs- und Reinigungszwecken leicht entnommen werden.
Die Messeinrichtung erfüllt die Anforderungen der DIN ISO 11929, der aktuellen DIN 25457 Teil 1 und die der neuen Strahlenschutzverordnung §35/§36 und §58 zur Durchführung von Freigabemessungen.
Als Mess- und Auswertesoftware kommt unser behördlich abgenommenes Messprogramm zum Einsatz, welches bereits in mehreren vergleichbaren Gesamt-Gamma-Freigabemesssystemen verwendet wird. Die von uns entwickelte Software ist modular aufgebaut und kann an die standort- und betreiberspezifischen Anforderungen angepasst werden. Das Messprogramm verfügt neben dem herkömmlichen Messdialog zur Durchführung von Freigabe-, bzw. Herausgabemessungen zusätzlich über eine intuitive Bedienoberfläche mit Piktogrammsteuerung. Diese Betriebsart ist dann zu empfehlen, wenn die Anlage von Anwendern benutzt wird, welche wenig Erfahrung mit der Durchführung von Freigabemessungen haben. Die intuitive Bedienung erfolgt über den im Lieferumfang enthaltenen Monitor mit Touchscreen.
Die Beladung der Messkammer erfolgt über die frontseitige Schwenktür. Die Tür wird während einer Messung über einen Elektromagneten verschlossen. Ein berührungsloser induktiver Näherungssensor detektiert die Schließstellung der Messkammertür. Die Messelektronik ist unter dem oberen Verkleidungsblech in den Kleinteilemessplatz integriert und wartungsfreundlich zugänglich.
Neben der integralen Gamma-Messung durch das optisch verkittete Detektorsystem RPD_V ist ein weiterer Detektor in die Messkammertür integriert. Hierdurch werden eine ausgezeichnete 4-Π-Messgeometrie und eine niedrige Nachweisgrenze erreicht, wie es mit 6 Einzelkanälen aufgrund der größeren Totzonen nicht möglich ist.
Detektorsystem
Die RaTec Plastik-Szintillationsdetektoren des Typs RPD_V sind optisch verkittete Plastik-Szintillatoren. Über diagonal angeordnete Fotovervielfacher werden die Szintillationen ausgekoppelt und zu einem Signal verarbeitet. Alle sechs Messkammerseiten der RGM 2038 sind mit einem großflächigen Szintillator, in einer Stärke von 38mm bestückt. Die Seiten unten, oben, links, rechts und hinten werden verkittet und bilden einen gemeinsamen Messkanal.
Der Messaufgabe entsprechend erzielt dieses RPD_V Detektorsystem, in Verbindung mit dem vorderen Türdetektor, eine Messgeometrie ohne Totzonen (Geometriefaktor 0,95 = Bohrlochgeometrie) und damit ausgezeichnete Nachweisgrenzen. Die Messkanäle werden an einer gemeinsamen Hochspannungs- und Diskriminatorelektronik betrieben. Die Detektorimpulsraten der Detektorsysteme werden getrennt über jeweils einen separaten Diskriminatoreingang ausgewertet.
In einer Messzeit von 60 s werden, i.A. der berücksichtigten systematischen Messunsicherheiten (Typ B Fehler), Nachweisgrenzen von 30 Bq für 60Co und ca. 50 Bq für 137Cs nach DIN 25457 Teil-1 und DIN ISO 11929 bei einer Umgebungsstrahlung von 0,1 μSv/h erreicht.
Messablauf

Mit dem Herstellen der Stromversorgung und Einschalten des Gerätes wird nach dem Hochfahren des Windows Betriebssystems das Messprogramm automatisch gestartet. Der Messplatz führt bei geschlossener Tür und leerer Messkammer automatisch eine Nulleffektmessung durch und erlangt mit Abschluss dieser die Messbereitschaft. Das Login des im Vorfeld eingetragenen Anwenders erfolgt über Tastatureingabe oder dem Einlesen des Werksausweises. Im Messdialog wird, sofern der Messmodus „automatische Auswahl der Kalibriergeometrie“ angewählt ist, über die ermittelte Nettomasse des Messgutes die entsprechende Kalibriergeometrie automatisch ausgewählt. Nach Ablauf der parametrierbaren Messzeit, kann das Messgut über die manuell zu entriegelnde Tür entnommen werden.
Ist die Tür geöffnet, wird der Anwender über das Programm zu Beladung der Messkammer aufgefordert. Im Statusfeld auf dem Bildschirm wird der Ladevorgang bestätigt. Sobald die Tür wieder geschlossen ist, kann eine neue Messung gestartet werden.
Am Ende der Messung wird der Anwender zur Entnahme des Messgutes aufgefordert. Sobald die Messkammer geräumt und die Tür verschlossen ist, beginnt automatisch eine fortlaufende Nulleffektmessung im Hintergrund (parametrierbar). Jede Messung wird in der SQL-Datenbank archiviert und im .pdf-Format protokolliert.
Weitere Ausführungen
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Außenabmessungen |
Innenabmessungen |
Abschirmung |
Gesamtmasse |
max. Messgutmasse |
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B x T x H [mm] |
B x T x H [mm] |
[mm] |
[Mg] |
[kg] |
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RGM 2038S |
870 x 650 x 815 |
600 x 415 x 300 |
30 (Stahl) |
ca. 0,7 |
50 |
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RGM 2038 |
700 x 650 x 1100 |
450 x 450 x 550 |
30 (Stahl) |
ca. 0,8 |
50 |
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RGM 2038ZA |
700 x 650 x 1100 |
400 x 400 x 550 |
30 (Stahl) + 10 (Blei) |
ca. 1,2 |
50 |
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RGM 2038ZH |
800 x 760 x 1200 |
550 x 550 x 700 |
30 (Stahl) |
ca. 1,1 Mg |
50 |
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RGM 2038A |
875 x 815 x 1200 |
500 x 510 x 610 |
80 (Stahl) |
ca. 2,5 Mg |
100 |
