Kleinteilemessplatz RGM 2038 – mit verkitteten Detektoren

RGM 2038 Schema
RGM 2038 Schema

Der Messplatz RGM 2038 mit manueller Schwenktür besitzt ein Fassungsvermögen von ca. 110 l mit den Innenabmessungen (BxTxH) 450 x 450 x 550 mm und ist für Messgüter bis 50 kg Gesamtgewicht ausgelegt. Die allseitige Messkammerabschirmung wird durch verschweißte Stahlbleche in einer Stärke von 30 mm gebildet. Die Messelektronik ist in einem 19“ Einschub im oberenteil des Gestells untergebracht.
Die Messeinrichtung erfüllt die Anforderungen der DIN ISO 11929, der aktuellen DIN 25457 Teil 1 und die der neuen Strahlenschutzverordnung §29 und §44 zur Durchführung von Freigabemessungen.
Als Mess- und Auswertesoftware kommt unser behördlich abgenommenes Messprogramm zum Einsatz, welches bereits in mehreren vergleichbaren Gesamt-Gamma-Freigabemesssystemen verwendet wird. Die von uns entwickelte Software ist modular aufgebaut und kann an die standort- und betreiberspezifischen Anforderungen angepasst werden.
Das Messprogramm verfügt neben dem herkömmlichen Messdialog zur Durchführung von Freigabe-, bzw. Herausgabemessungen zusätzlich über eine intuitive Bedienoberfläche mit Piktogrammsteuerung. Diese Betriebsart ist dann zu empfehlen, wenn die Anlage von Anwendern benutzt wird, welche wenig Erfahrung mit der Durchführung von Freigabemessungen haben. Die intuitive Bedienung erfolgt über den im Lieferumfang enthaltenen Monitor mit Touchscreen.

Neben der integralen Gamma-Messung durch das optisch verkittete Detektorsystem RPD_V können optional weitere 2 Gamma-Detektoren installiert werden. Hierdurch werden eine ausgezeichnete 4-Π-Messgeometrie und eine niedrige Nachweisgrenze erreicht, wie es mit 6 Einzelkanälen aufgrund der größeren Totzonen nicht möglich ist.

Detektorsystem

Die RaTec Plastik-Szintillationsdetektoren des Typs RPD_V sind optisch verkittete Plastik-Szintillatoren, die eine Messröhre bilden. Über diagonal angeordnete Fotovervielfacher werden die Szintillationen ausgekoppelt und zu einem Signal verarbeitet.
Der Messaufgabe entsprechend erzielt dieses RPD_V Detektorsystem in Verbindung mit den optionalen Detektoren eine Messgeometrie ohne Totzonen (Geometriefaktor 0,95 = Bohrlochgeometrie) und damit eine ausgezeichnete Nachweisgrenze.
In einer Messzeit von 60 s werden, i.A. der berücksichtigten systematischen Messunsicherheiten (Typ B Fehler), Nachweisgrenzen von 30 Bq für 60Co und ca. 50 Bq für 137Cs nach DIN 25457 Teil-1 und DIN ISO 11929 bei einer Umgebungsstrahlung von 0,06 μSv/h erreicht.
Bei den optionalen Plastik-Szintillations-Detektoren des Typs RPD handelt es sich um “klassische“ Detektoraufbauten mit eingelassenem Fotovervielfacher und Vorverstärker. Die Detektoren werden an einer gemeinsamen Hochspannung und Diskriminatorelektronik betrieben. Die Detektorimpulsraten der Detektorsysteme werden getrennt über jeweils einen separaten Diskriminatoreingang ausgewertet.

Messablauf

Mit dem Herstellen der Stromversorgung und Einschalten des Gerätes wird nach dem Hochfahren des Windows Betriebssystems das Messprogramm automatisch gestartet. Der Messplatz führt bei geschlossener Tür und leerer Messkammer automatisch eine Nulleffektmessung durch und erlangt mit Abschluss dieser die Messbereitschaft. Das Login des im Vorfeld eingetragenen Anwenders erfolgt über Tastatureingabe. Im Messdialog wird, sofern der Messmodus „automatische Auswahl der Kalibriergeometrie“ angewählt ist, über die ermittelte Nettomasse des Messgutes die entsprechende Kalibriergeometrie automatisch ausgewählt. Nach Ablauf der parametrierbaren Messzeit, kann das Messgut über die manuell zu entriegelnde Tür entnommen werden.
Ist die Tür geöffnet, wird der Anwender über das Programm zu Beladung der Messkammer aufgefordert. Im Statusfeld auf dem Bildschirm wird der Ladevorgang bestätigt. Sobald die Tür wieder geschlossen ist, kann eine neue Messung gestartet werden.
Am Ende der Messung wird der Anwender zur Entnahme des Messgutes aufgefordert. Sobald die Messkammer geräumt und die Tür verschlossen ist, beginnt automatisch eine fortlaufende Nulleffektmessung im Hintergrund (parametrierbar).
Auf dem Bildschirm wird während der Messung die verbleibende Messzeit angezeigt. Am Ende der Messung wird das Ergebnis ausgegeben. Jede Messung wird in der SQL-Datenbank archiviert und im .pdf-Format protokolliert.